Denken sublimiert die Wut

Das Thema der "sich Empörenden" (Stéphane Hessel), der Wutbürger, wird zusehends aktueller.

Am 7.6.2011 berichtete "Die Presse" über die Diskussion einer Expertenrunde im Wiener Juridicum.

Im offensichtlichen Anschluss daran liefert der höchst eigenständige Denker und unbequeme Philosoph Rudolf Burger im "Spectrum" der gleichen Zeitung am 2.7.2011 einen Text ab, den er im Untertitel "Eine Stellenbeschreibung" nennt:

"Die charakteristische »Gestalt« (Ernst Jünger) postmoderner Massendemokratien ist daher weder der »Arbeiter« noch der »Bourgeois«, sondern der »kleine Mann, der sich nichts vormachen lässt.«" (...) "Wo er sich engagiert, ist er weniger kämpferisch als aufsässig, mehr lästig als gefährlich."

Wie zu erhoffen war, formieren sich auch schon konstruktive Gegenbewegungen.

In Bremen zum Beispiel hat sich eine Gruppierung etabliert, die sich Aktionsbündnis gegen Wutbürger nennt und sich das Motto "Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend: Denken hat die Wut sublimiert." gegeben hat.

Auf dieser Website heisst es:

"Das Aktionsbündnis gegen Wutbürger richtet sich gegen alle, die lieber wüten als denken. Wer dagegen lieber denkt als wütet (und sich bevorzugt für kritische Theorie interessiert), ist beim Aktionsbündnis richtig. Und wer darüber hinaus an der Organisation ideologiekritischer Veranstaltungen, bevorzugt in Bremen, mitarbeiten will, der ist erst Recht goldrichtig beim Aktionsbündnis."

Zwei hervorragende Mitglieder des Instituts für Wertewirtschaft haben sich ebenfalls des Themas angenommen und das Buch "Vom Systemtrottel zum Wutbürger" verfasst, das in Kürze erscheinen wird.

Übrigens:
Kennen Sie das Noah-Prinzip? Es lautet:
"Es bringt nichts, wenn Du auf den kommenden Regen schimpfst. Denke lieber nach, wie man eine Arche baut."

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